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Ein italienischer Dandy- Amadeo Modigliani

Verantwortlicher Autor: Martina Dock, MBA Wien, 15.06.2020, 07:48 Uhr
Presse-Ressort von: MBA Martina Dock Bericht 6007x gelesen
Vereint im Grab mit der Geliebten
Vereint im Grab mit der Geliebten  Bild: Pixabay

Wien [ENA] Hochschwanger sprang sie aus einem Fenster im fünften Stock. Damit setzte auch die Geliebte des Malers ihrem Leben ein Ende. Nur einen Tag nachdem Amadeo Modigliani am 24. Januar 1920 an Tuberkulose verstorben war, wählte sie den Freitod. Auch das trug zur Legendenbildung bei.

Von Kindheit an litt er regelmäßig unter schweren Erkrankungen. Die Behauptung, er habe Opium und Haschisch zum Zwecke der Schmerzbetäubung konsumiert, mag sohin nahe liegen, gesichert ist sie jedoch keinesfalls. Bestätigt sind Modiglianis Drogen- und Alkoholkonsum, ebenso seine finanziellen Nöte. Als er 1906 nach Paris kam, lebte er erst am Montmartre, später am Montparnasse. Stets waren seine Lebensverhältnisse prekär; unstet waren seine Aufenthalte. Mitsamt den Gemälden wechselte er häufig von einem Atelier ins nächste. Um an Geld zu kommen verkaufte er immer wieder Zeichnungen.

Als Amadeo Modigliani aus Livorno, seiner Heimatstadt, 1906 nach Paris kam, war er technisch bereits einigermaßen ausgebildet. Nämlich durfte der Vierzehnjährige, der früh schon seine herausragende Begabung gezeigt hatte, an der Akademie des Guglielmo Micheli die Anfänge der konventionellen Maltechniken erlernen. In Paris gelangte er über die Vorbilder Picasso, Matisse und Gauguin schließlich zu seinem unverkennbaren Stil. Der schöne italienische Dandy verehrte die Frauen. Von seinen in etwa 400 Bildern finden sich auf fast allen Frauen dargestellt. Er hat, unter anderem, Picasso und Diego Rivera porträtiert; bemerkenswerter Weise finden die Schrecken des Weltkriegs in seinem Werk keinen Niederschlag.

Charakteristisch für Modiglianis Malweise sind die langen Hälse, die tendenziell geometrischen Formen außerdem die klaren Linien. Die Augen der von ihm Gemalten sind mandelförmig, meist pupillenlos. Kein Schmuck findet sich bei seinen Modellen. Die Darstellung des Umfeldes, der Umgebung ist für den Maler bedeutungslos. Seine Akte sind in einer Schaffensperiode von nur zwei Jahren entstanden. Eine diesbezügliche Einzelausstellung schloss die Polizei 1917 mit der Begründung es würde sich hierbei um unsittliche Darstellungen handeln. Die Bilder des Italieners verkaufen sich heute in Millionendollarhöhe, zudem gehören sie zu den meistgedruckten.

1909 entdeckte der Künstler die Skulptur. Er begann sich als Bildhauer zu betätigen. Niemals fertigte er Modelle in Gips oder Ton an; unmittelbar schlug er seine Figuren aus dem Sandstein heraus. Modiglianis Malerei spiegelt sich in diesen Figuren, von denen 25 Stück erhalten sind, wider. Die dreijährige Liebesbeziehung mit Jeanne Hébuterne war wechselseitig inspirierend. Oft bediente sich das Künstlerpaar desselben Modells. Ihre Bilder sind ähnlich, trotzdem unterschiedlich. Die 1918 in Nizza geborene Tochter wird von Pflegeeltern aufgezogen. Jedenfalls an seinem Tod scheiterte das Vorhaben des Malers die wieder schwangere Geliebte zu ehelichen, und gemeinsam mit ihr beide Kinder schließlich bei sich großzuziehen.

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